Volkseigentümlich (2)

Hier wurde scheinbar ein toter Einkaufswagen für die Verbrennung aufgebahrt? Na ja, wenigstens läßt man ihn nicht einfach auf der Straße liegen wie so viele andere.

Die Zeiten ändern sich.

Ich finde noch weitere Einzelfälle von deutlichen Formulierungen der volkseigentümlichen Rechtsauslegung.

Wo einer ist, finden sich oft noch andere gestohlene und mißbrauchte Einkaufswagen.

Stellvertretend für die vielen einzelnen Wagen, die einfach irgendwo weit weg von ihren Besitzern stehengelassen werden, mag dieser Einzelfall stehen. Ich sehe sie hier überall in Berlin-Mitte, es werden immer mehr.

„Ich nehme mir, was ich brauche und mache damit, was ich will. Ob das Ding jemand anderem gehört oder ob andere Menschen es auch brauchen, ist mir völlig gleichgültig.“

Macht weiter so, umso schneller ist alles vorbei und umso weniger müssen Unschuldige leiden.

22. Juni 2017

Die Sonne kommt, der Tag beginnt.

Habe ich da etwas übersehen? Ach ja, die Vögel …

Irgendwas liegt in der Luft.

Die Sonne ist aufgegangen, im Traumparadies geht alles seinen sozialistischen Gang.

Die Sprühdose kommt zum Nachfüllen herunter.

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Es wird noch etwas heller.

Die Striche sind allgegenwärtig, auch wenn man sie nicht sieht.

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Wolkenersatzobjekte verleihen dem deutschen Himmel ein innovatives Aussehen.

Die Vögel treffen sich zu so einer Art von Frühstück bei Strichany’s?

Dann wird das Licht matter.

Einen trüben Moment lang steht alles still.

Für kurze Zeit kommt wieder etwas Bewegung in die Strichosphäre, ein paar Strichgrützenreste flattern herum.

Eine reglose Dämmerung kündigt den Sturm an.

Und dann trifft mich das Unwetter.

17. Juni 2017

Haben wir nun schlechtes Wetter oder schlecht gemachtes Wetter? Wahrscheinlich ist es so ein Mischmasch wie bei allem anderen auch.

Als ich nochmal nach dem Rechten sehen will und mühsam zur Strichwarte hinaufsteige, stehen zwei junge Männer auf der Terrasse. Wer sind diese Leute?

Mich beschleicht eine leise Ahnung, daß es sich um Klimaflüchtlinge handeln könnte, davon habe ich schon mal gehört. Ich ergreife die Initiative und spreche die Fremden an: „Wer seid ihr, woher kommt ihr und wohin seid ihr des Weges?“

Höflich nehmen die beiden ihre Pudelmützen ab, klemmen sie unter die Flügel, deuten eine Verbeugung vor meinem grauen Haar an und heben an, zu sprechen: „Wir sind Klimaflüchtlinge und haben den kurzen Weg vom Ostpol bis hier zu Dir zu Fuß zurückgelegt. Wir möchten gerne bei Dir bleiben, denn Du bist ein freundlicher Vogel. Du bewegst Dich noch in dem gesunden Schwarz-Weiß-Denken, das gefällt uns. Dort am Ostpol haben wir nasse Füße bekommen, weil die Grundversorgung mit Trockeneis nicht mehr klappt. Wir hoffen, hier bei Dir ein neues Zuhause zu finden.“

Ich sage streng: „Tretet einen Schritt näher für die Gesichtskontrolle – ja gut, ihr seht aus wie Pinguine, ich weiß zwar nicht, aus welchem Holz ihr geschnitzt seid, aber ihr dürft bleiben. Kommt mit in meine Wohnung, ich stelle euch erstmal auf den Schrank. Gegessen wird, was auf den Tisch kommt, im Haushalt müßt ihr mithelfen, eure Wäsche wascht ihr selbst. Ich heiße Pittiplatsch, ihr dürft Pitti zu mir sagen.“

Ende gut – alles gut.


Heute sind wieder die Striche zu sehen.

Wechselhaftes Wetter.

Vier auf einen Streich

Ist das nicht schon eine anmelde- und genehmigungspflichtige Versammlung?

Nein, das ist einfach die lockere neue volkseigentümliche Einkaufswagen-Ordnung.

Gewöhnt euch dran, ihr schafft das!


17. Juni 2017

Drei Tage später ist einer von den Einkaufswagen schon wieder verschwunden.

14. Juni 2017

Da oben müsste mal gründlich saubergemacht werden.

Da müsste mal jemand ausmisten.

Ich kann das aber nicht machen, ich muss mir selber erstmal die Hände waschen.

Der Termin für den Großputz wird vom Hausherrn festgesetzt, er sorgt dann für das Nötige.

Lange kann es nicht mehr dauern, das sieht man jeden Tag deutlicher.

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Sie mühen sich ab für das Feuer und wissen es nicht.

Jemand wird kommen und einen Strich durch jede Rechnung machen.

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Was wird dann von der ganzen Arbeit und dem ganzen Stolz übrigbleiben?

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Merkst du nicht, dass hier unten etwas nicht mehr stimmt?

Schau dich doch mal um, überall siehst du Zerstörung am Werk.

Warum sterben so viele Bäume, Pflanzen und Tiere?

Das Traumparadies ist eine Seifenblase, eben schillert sie noch bunt und vielfältig, dann ist sie weg.

Es gibt nichts Neues und es gibt auch keine neuen Nachrichten.

Wohin du auch fliegst, du nimmst dich überallhin mit.

Ins Paradies kommt niemand hinein, da ist eine Grenze gezogen und ein Zaun drumherum.

Und ein Paradies auf Erden gibt es nicht, das ist nur das Traumparadies in meinem Kopf, Wolke Sieben oder ein Luftschloss.

Halt, stehenbleiben, keinen Schritt weiter …

Wie soll es aber weiter gehen?

Die Bibel – Lukas 18, 13-14

Es gibt ein Leben vor dem Tod.

Du musst etwas tun, solange es Licht gibt und es Tag ist.

Es kommt die Nacht, wo keiner mehr etwas tun kann.

Wat mutt, dat mutt

Hier müsste mal so richtig saubergemacht werden, so eine Art professionelle Grundreinigung bräuchte es hier.

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Richtiges Durchputzen bis ins letzte Hinterzimmer wäre jetzt langsam mal dran – wat mutt, dat mutt.

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„Es sollte zeitnah eine Reinigungsmaßnahme angestoßen werden …“


Unser Experte empfiehlt: Mit einem Lied auf den Lippen macht sich die Arbeit leichter.


Siehe auch: Unter freiem HimmelUnter freiem Himmel (4)Recht und OrdnungRecht und Ordnung (2)VolkseigentümlichWillkommenswetterWillkommenswetter (2)


Saubermachen, Großputz, Waschtag