Freistil

Hartes, kaltes Herz

Heute morgen wurde es schnell grau – die Membran schloß sich wieder.

131121-15

Er versteckt sich gleich wieder.

131121-17

Ein kurzer lichter Moment – ein kleiner Streifen vom Tag – und schon wieder droht mir der Strich.

131121-20

Eine Stunde später – das war’s – die graue Membran schließt sich. Funk-Stille?

131121-26

Niemand schaut zum Himmel – sie finden es alle normal?

Die Selbst-Beweglichen tun ihr Teil dazu – sie verteilen hier unten die Schwaden des Wucherers.

Sie bewegen sich mit Feuer-Kraft – zum Nutzen des Wucherers.

Abwärts geht es allerdings von selbst – dafür braucht man nichts zu tun.

131121-28

Fernmelde-Kraft – mit Draht und ohne Draht.

131121-29

Es ist genug für heute. Ich fliege weg von hier.

131121-30

Zwei Vögel – sie halten noch zusammen.

131121-31

Die Ansicht der entsetzlichen Bilder vom Himmel dieses Vormittags möchte ich niemandem zumuten.

Dann kam auch schon die graue Membran – schnell und schmerzlos.

Die Strich-Männchen machen sich kein Gewissen – sicher haben sie ein kaltes Herz – ein Herz aus Stein.

Wer wird ihnen noch helfen können?

Die Stimme vom Himmel hat immer noch dieselbe Kraft – aber die Herzen werden immer härter.

1 reply »

  1. Kaltes Herz wird warm oder eine Antwort auf die Warum-Frage

    Eine Geschichte aus dem Leben eines Großstadt-Pfarrers

    „Als ich vor einigen Jahrzehnten Pfarrer in einem Bergarbeiter-Bezirk wurde, ging es da schrecklich zu. Eines Tages hörte ich von einem Arbeiter, der auf der Zeche unter Tage verunglückt war. Ein Stein war ihm ins Kreuz gefallen. Und nun war er querschnittsgelähmt, ohne jede Hoffnung auf Besserung. Schrecklich! Nun, ich besuchte ihn, aber dieser Besuch war fürchterlich, ja, es war der fürchterlichste Besuch, den ich je erlebt habe. Die Bude war voll mit Kumpels. Die Schnapsflaschen standen auf dem Tisch. Der Gelähmte saß in seinem Rollstuhl. Als ich reinkomme, hebt ein lautes Gebrüll an: „Du schwarze Drossel, bleib draußen! Wo war denn dein Gott, als der Stein mir ins Kreuz fiel? Warum schweigt Gott denn?“ Und dann kamen die Flüche. Es war so wie die Hölle. Ich konnte kein Wort sagen und ging raus. Ich hatte ein paar Freunde unter den Bergleuten meines Bezirks, denen erzählte ich am nächsten Abend im „Männerkreis“ von meinem Besuch. Und eine Woche später, als ich gerade den „Männerkreis“ beginnen wollte, ging polternd die Tür auf und – der Rollstuhl mit dem querschnittsgelähmten Mann wurde hineingeschoben. Die Freunde unter den Bergleuten hatten ihn einfach abgeholt und in unseren „Männerkreis“ mitgebracht. Ich weiß gar nicht, ob sie ihn viel gefragt haben, aber wahrscheinlich nicht. So saß er also vor mir. Und dann sprach ich über das Wort „So sehr hat Gott die Welt geliebt“ – nicht dass er es uns gutgehen lässt, sondern „dass er seinen Sohn gab.“ Ich sprach von Jesus, dem letzten Wort Gottes, dass wir hören müssen, und fuhr fort: „… auf das alle, die an Jesus glauben, nicht verloren werden.“ Und der Mann hörte zu! Zum ersten Mal hörte er so von Jesus! Auf einmal sah er Licht. Ich will’s kurz machen: Ein Vierteljahr später war er ein Eigentum dieses Herrn Jesus geworden. Ich kann ihnen gar nicht sagen, wie alles neu wurde. Seine Wohnung kam in Ordnung. Wo man früher nur Fluchen hörte, da erklangen nun Jesus-Lieder. Die alten Freunde blieben weg, dafür kamen neue. Die Schnapsflaschen verschwanden, dafür lag die Bibel auf dem Tisch. Frau und Kinder lebten auf. Kurz vor seinem Tode besuchte ich ihn noch einmal. Es ist mir unvergesslich. Er hatte so einen netten Namen: „Amsel“. Er wird’s mir nicht übel nehmen, dass ich sogar seinen Namen nenne, er ist jetzt in der Ewigkeit. „Amsel“, fragte ich, „wie geht’s?“ „Ach“, sagt er, „seitdem mein Leben Jesus gehört, seitdem ich Vergebung meiner Sünden habe, seitdem ich ein Kind Gottes bin, da ist in meinem Hause“ – er überlegte einen Augenblick, dann fuhr er fort – „jeder Tag wie der Tag vor Weihnachten.“ Das ist doch schön ausgedrückt von so einem Bergmann, nicht? Und dann kam das, was ich nie vergesse. Da sagte er: „Busch! Ich sterbe bald, ich spüre das.“ Wir sagten „du“ zueinander, weil wir so gute Freunde geworden waren. „Und dann gehe ich durch das Tor und stehe vor Gott. Es ist mir ganz klar: Mit dem Tod ist nichts aus. Und wenn ich dann in der Ewigkeit vor dem Thron Gottes stehe, dann will ich vor ihm niederfallen und will ihm danken, dass er mir – die Wirbelsäule gebrochen hat.“ „Amsel“, unterbreche ich ihn erschreckt, „was erklärst du da!“ Und da antwortete er: „Ich weiß, was ich sage. Sieh, wenn das nicht gekommen wäre, wenn Gott mich so gottlos hätte weiterlaufen lassen, dann wäre ich schnurstracks in die Hölle gelaufen, in die ewige Verdammnis. Da musste Gott in seiner rettenden Liebe so hart eingreifen und mir die Wirbelsäule zerbrechen, damit ich zu seinem Sohn, zu Jesus, finden konnte. Durch Jesus wurde ich ein fröhliches Kind Gottes. Und darum will ich ihm dafür danken!“ Und dann kam der Satz, der sich mir unauslöschlich eingeprägt hat: „Es ist besser, gelähmt zu Jesus zu gehören und ein Kind Gottes zu sein, als mit zwei gesunden Beinen in die Hölle zu springen!“ Das vergesse ich nie, wie der Mann das sagte: „Es ist besser, gelähmt zu Jesus zu gehören und ein Kind Gottes zu sein, als mit zwei gesunden Beinen in die Hölle zu springen!“ Da habe ich erwidert: „Mein lieber Amsel! Siehst du: Gott hat dir schrecklich Schweres geschickt. Im Anfang hast du gehadert: ‚Wo war denn Gott? Warum schweigt Gott?‘ Und jetzt hast du begriffen, wozu Gott das geschickt hat: Er hat dich zu Jesus ziehen wollen, damit Jesus dich zu ihm ziehen konnte!“ Sehen Sie: Wir sollten nicht fragen „Warum?“, sondern vielmehr „Wozu?“. Und dazu möchte ich Ihnen sagen: Ich glaube, alles Schwere in unserem Leben ist dazu da, dass Gott uns durch Jesus zu sich selber ziehen kann! Ich singe so gern den Liedvers: „Zieh mich, o Vater, zu dem Sohne, / Damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; / Dein Geist in meinem Herzen wohne / Und meine Sinne und Verstand regier, / Dass ich den Frieden Gottes schmeck und fühl / Und dir darob im Herzen sing und spiel.“ Ich wünschte, Sie sängen ihn betend mit!“

    Aus: „Jesus unser Schicksal“ Wilhelm Busch / CLV

Was sagen Sie dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.