Alptraumparadies (2)

Die Neue Geschlechts-Ordnung (NGO) macht mir hier mächtig zu schaffen, irgendwie ist sie voller Widersprüche.

Frieden mit allen, die den Schöpfer ablehnen, ist hier gemeint – aber das ist kein Frieden, das bedeutet Krieg, Toleranz ist das Schlagwort.

Überall auf der Welt findest du Brutstätten des Bösen. Hier hat der Architekt ein okkultes Konzept in eine Spielplatzgestaltung einfließen lassen. Das männliche und das weibliche Prinzip, die Zeugung des Neuen Menschen mit zwei Köpfen oder was auch immer …

Ich lasse diese Kultstätte links liegen und gehe weiter, die Striche lassen mich heute etwas in Ruhe.

Da hängt schon wieder die Regenbogen-Fahne. Wenn die Kadetten der Neuen Geschlechts-Ordnung (NGO) ihr Traumparadies mal so richtig durchgedrückt haben, dann brauchen wir wirklich ein Menschen-Museum.

Halt mal, hoppla, das gibt es ja schon!

Also sind die Menschen schon ausgestorben? Mir schwante seit langem etwas in dieser Richtung, aber daß es schon so weit gekommen ist … Ich lasse mich führen und folge den Hinweisschildern.

Ich stehe vor dem Eingang zum Menschen-Museum, mir werden Körperwelten versprochen.

Das Menschen-Museum hat einen großen Turm, damit man es von allen Seiten sehen kann.

Wenn ich da hineingehen würde, könnte ich wohl solche Gespräche mithören: „Guckt mal, Kinder, so sahen früher die Menschen aus. Heute gibt’s die nicht mehr, die sind ausgestorben.“ – „Sind sie an Einsamkeit, Sex und Mitleid gestorben?“ – „Kann schon sein, weiß ich nicht.“

Ich gehe nicht hinein, denn das Museum ist in Wirklichkeit eine Leichen-Ausstellung. Ob sie da auch Strich-Tote zeigen?

Ich betrachte mir die Wasserspiele, die gehören bei den Kultstätten immer dazu, etwas Spiegelndes muß dabei sein …

Der Polarisationsfilter läßt den Turm verschwinden, Licht hat eine Richtung! Die Vögel wissen das schon lange.

Ich gehe weiter, es wird immer schlimmer. Magie kämpft gegen Magie, das Reich ist uneins, deswegen wird es untergehen.

Der Bursche hat Schwimmhäute und das Krokodil hat die Sonne gestohlen. Aber wir haben ja noch den Mond, der scheint auch manchmal am Tag.

Ich gehe weiter im Sonnenlicht, das Licht des Mondes kommt auch nur von der Sonne.

Ein Mann kommt auf mich zu und drückt mir einen sehr guten Fotoapparat in die Hand. Das ist ja ein fürstliches Geschenk, denke ich, so einen habe ich mir schon immer gewünscht. Ach so, ich soll nur ein Foto von ihm und dem Kirchturm machen. Schade, wie man sich irren kann, das war eben wieder mein Wunschdenken …

Ich blicke nach links und sehe einen Strich über dem Roten Rathaus. Woher kommt nur dieser ganze Strichozialismus?

Haben diese beiden Herren etwas damit zu tun? Oder hat man es ihnen nur untergeschoben?

Sollten sie etwa schuld daran sein?

Egal, die beiden Männer sind ja schon gestorben. Aber ich kann das nicht glauben.

Der Mensch stirbt, der Geist niemals.

Gehe mal weiter, denke ich – oder drehe dich mal um.

Ein Strich, zwei Striche …

Ach schau an, hier war ich doch schon mal. Da haben die ganz Linientreuen die Neue Himmels-Ordnung (NHO) gleich in die Architekturzeichnungen eingearbeitet. Einen blauen Himmel gibt es nicht mehr, das neue Paradigma heißt Naturtrüb oder Grau.

Jetzt wird es spannend, aus der Ferne halte ich Ausschau, ob dort hinten die POLIZEI steht?

Kaum einer von den Touristen ahnt wohl etwas, an welchem Ort er hier ist.

Die Einschusslöcher erinnern an den Krieg und daran, daß er wiederkommt.

Und wer hat die Kriege angezettelt?

Den ummauerten Garten kann ich noch fotografieren, dann schüchtern mich die bewaffneten Polizisten ein. Ist ja ein kleines Paradies da drin, es kommt aber nicht jeder hinein. Im Weitergehen knipse ich das Gegenüber. Dann drehe ich mich nochmal um, da müssen ja schwere Feindseligkeiten ausgebrochen sein, meine Güte … offen getragene Pistolen …

So ist das eben, irgendwann kommt alles ans Licht. Plötzlich hat man keine Freunde mehr, sondern Feinde.

Ich gehe weiter, jemand protestiert gegen den Tod, aber er hat nichts verstanden.

Ich freue mich, daß sich die Stricher heute zurückhalten, meine Nerven machen das bald nicht mehr mit.

Stop, umdrehen!

Weitergehen, über die Brücke, dann links! Da kommt ja schon wieder die POLIZEI, bestimmt sorgen sie für Recht und Ordnung.

Da drüben sehe ich wieder die Werbung für den Einen, für das Tier aus dem Meer, aus dem Wasser. Die ganze Stadt ist voll von diesen greulichen Plakaten.

Der Eine ist darauf angewiesen, daß die Neue Geschlechts-Ordnung (NGO) allgemein anerkannt wird. Sonst kann er sich nicht zum Sonnenkönig krönen lassen.

Deshalb gibt es diesen Tempel, dort drin kann man sich einweihen und in den Bann ziehen lassen.

In diesem Palast wird dir Respekt beigebracht! Und draußen lärmen die Preßlufthämmer, na ja, da kannst du schon mal Toleranz üben, üben und nochmals üben …

Ich bin erleichtert, als ich wieder in meinem Dschungel bin, hier gibt es noch Tiger auf den Bäumen. Ist eben eine echte und freie Wildbahn, da zählt nur das Recht des Stärkeren.

11 Kommentare Gib deinen ab

  1. 171129 sagt:

    Es ist einer der gefährlichsten Orte Berlins
    Alexanderplatz zieht Gesetzlose an wie ein Magnet

    … Er kommt aus Syrien, aus einem palästinensischen Viertel von Damaskus. Auf dem Alexanderplatz deutsche Frauen kennenzulernen, sei sehr leicht, sagt er. …

    http://www.bild.de/regional/berlin/alexanderplatz/zieht-gesetzlose-an-wie-ein-magnet-53810812.bild.html

  2. 171010 sagt:

    AfD vs. Friedrichstadt-Palast: Bombendrohung wegen „Abgrenzung“

    … „Doch hoffentlich fühlen Sie sich komisch, wenn Sie gleich sehen, was entstehen kann, wenn ein Ensemble aus 25 verschiedenen Nationen, mit allen Hautfarben, aus Atheisten, Christen, Muslimen und Juden, aus Hetero- und Homosexuellen, von Menschen mit und ohne Behinderungen friedlich zusammenarbeitet.“ …

    https://de.sputniknews.com/gesellschaft/20171010317804486-afd-vs-friedrichstadt-palast-bombendrohung-wegen-abgrenzung/

  3. 171006 sagt:

    Keine AfD im Friedrichstadt-Palast

    … Schmidt sagte, man wolle sich „künftig noch deutlicher als bisher von 20 oder 25 Prozent unserer potenziellen Kunden im Osten abgrenzen und von Hohlköpfen mit Migrationshintergrund selbstverständlich auch“. Er wolle deren Geld nicht. Und weiter schreibt er in seiner Mail: „Der Palast repräsentiert den anständigen Osten, …

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/nach-der-bundestagswahl-keine-afd-im-friedrichstadt-palast/20419840.html

    – – –

    Von Hagens Körperwelten am Alexanderplatz schließt vorübergehend

    … Nach einem Gerichtsurteil waren sich Bezirk und Museum zuletzt uneinig, ob zehn Ganzkörperplastinate von anonymen Körperspendern weiter gezeigt werden dürfen. …

    http://www.berliner-zeitung.de/28531388

    – – –

    Leichenschau am Alex droht erneut das Aus

    http://www.berliner-zeitung.de/28401878

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    Herzlich Willkommen auf Queerspiegel

    … Der Tagesspiegel-Blog über LGBTI and friends, also über Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen – und alle, für die die Welt bunt wie ein Regenbogen ist. Wir berichten über queeres Leben in Berlin und in der Welt. Schicken Sie Kritik, Anregungen und gerne auch Lob an queer@tagesspiegel.de. …

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/queerspiegel/

  4. 170915 sagt:

    Berlin: Gangs machen Alexanderplatz unsicher – Starker Anstieg von Brennpunkt-Gewalt – Polizei schweigt

    … Besonders markante Sprünge machten die Deliktbereiche Laden- und Taschendiebstahl in den Jahren 2014-2016. Stabil auf hohem Niveau blieben die Rohheitsdelikte, wie Körperverletzung, Raub, Mord, Totschlag, Vergewaltigung und andere Sexualdelikte. …

    http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/berlin-gangs-machen-alexanderplatz-unsicher-starker-anstieg-von-brennpunkt-gewalt-polizei-schweigt-a2208024.html

  5. 170605 sagt:

    Muß man jeden Fehler wiederholen? Kann man nicht aus den Erfahrungen vorangegangener Generationen lernen? Warum wollen sie unbedingt den Schöpfer herausfordern? Zeugen nicht schon ihre Gesichter gegen sie?

  6. look2him sagt:

    Das nächste Greuel-Plakat des Menschen-Museums läßt meinen Magen revoltieren. „Facetten des Lebens“ mit Leichen als Darstellern – das ist das Traumparadies, wie es leibt und lebt. Die Leiche ahmt das Fliegen oder ein Flugzeug nach? Im Hintergrund sieht man das Brandenburger Tor und Striche am Himmel!

  7. 170521 sagt:

    Die Braut ganz in Weiß muß jeden Tag was Neues (einen „Mann“) klarmachen?

    Liebe ist etwas anderes. Keine Lust mehr auf solchen Schmutz?

  8. 170520 sagt:

    Grüne und Linke wollen Kreuz auf Kuppel verhindern

    … Grüne und Linke fordern, die Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses in einem Punkt zu ändern: Auf der Kuppel dürfe kein Kreuz errichtet werden. Sonst gefährde man die Neutralität des Bauwerks. …

    https://www.welt.de/kultur/kunst-und-architektur/article164759558/Gruene-und-Linke-wollen-Kreuz-auf-Kuppel-verhindern.html

    – – –

    16. Januar 2003

    Beate Lindemann setzt sich mit der Atlantik-Brücke seit Jahrzehnten für die deutsch-amerikanische Freundschaft ein
    Die Kontakte reichen bis ins Weiße Haus

    … Die Gründungsväter der Atlantik-Brücke wollten allerdings nicht nur eine begrenzte Mitgliederzahl, sie forderten auch Diskretion. In den Medien wird deshalb nur selten über die Atlantik-Brücke berichtet. „Man kann mehr erreichen, wenn man nicht in der Öffentlichkeit arbeitet“, zitiert Beate Lindemann die Gedanken der Gründungsväter. Gegen den Vorwurf des Geheimbündlerischen wehrt sie sich allerdings. In der Atlantik-Brücke gebe es kein geheimes Papier, kein geheimes Geplänkel – alles sei offen in den Räumen der Atlantik-Brücke. In ihrem eigenen Büro in dem gelben Haus am Kupfergraben, schräg gegenüber vom Pergamon-Museum und ein Stockwerk unterhalb des Büros von Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker, tüftelt Beate Lindemann unentwegt an der deutsch-amerikanischen Freundschaft. …

    http://www.berliner-zeitung.de/16150970

    – – –

    24. Juni 2010

    Atlantik-Brücke: Kalter Krieg

    … Dabei machte die Atlantik-Brücke bislang eigentlich einen stabilen Eindruck. 1952 wurde sie in Hamburg auf Initiative von Eric M. Warburg gegründet, einem deutschen Juden, der 1938 vor den Nationalsozialisten geflohen war und in US-Uniform zurückkehrte, um seine Heimat zu befreien. Gut 450 Mitglieder zählt der Verein heute, er engagiert sich in Nachwuchsförderung (»Young Leaders«) und Lehrerfortbildungen, bei alledem umhüllt ihn ein gewisser Mythos. Zur Atlantik-Brücke gehören Bankiers, Vorstandsvorsitzende, Bundesminister, ehemalige Spitzendiplomaten (und mehrere ZEIT- Redakteure). Man wird nicht einfach Mitglied, man wird dazu gebeten. …

    http://www.zeit.de/2010/26/Atlantikbruecke-Merz-Kiep

  9. 170518 sagt:

    Die Prioritäten der ARD: substanzlose Propaganda gegen Trump ist wichtiger als handfester Terrorskandal in Berlin

    … Donald Trump wollte den mächtigsten Sumpf der Welt trockenlegen und der Sumpf bekämpft ihn mit allen Mitteln. Auch die deutschen Mainstreammedien, gleichgeschaltet durch Besatzungsgeschichte, transatlantische Think-Tanks, Bündnisverpflichtungen, Staatsräson, neoliberale Agenda, Dummheit, Rückgratlosigkeit und der kompletten Unfähigkeit zum eigenständigen Denken, haben Donald Trump schon im US-Wahlkampf mit allen Mitteln bekämpft und sich selbst dabei einmal mehr als Vollidioten entlarvt, als der „Horrorclown“ gegen ihre Prognosen die Wahl gewann. …

    https://propagandaschau.wordpress.com/2017/05/18/die-prioritaeten-der-ard-trump-vs-amri/

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