Zwischenzeit

Ich fasse hier die Tage am Berliner Himmel zusammen, die zwischen den Wetterkriegsereignissen vom 22. und 29. Juni 2017 lagen.

Das erste Unwetter traf mich am Nachmittag des 22. Juni 2017, der Tagesbeginn sah noch nach ganz normaler Bestrichung aus.


23. Juni 2017

Vor einer Viertelstunde hat es hier wieder wie aus Eimern geschüttet.

Jetzt ziehen die schwarzen Wolken ab, man sieht etwas vom Himmel hinter den Wolken und die Sonne schaut hervor. Wie wird es nach dem gestrigen Wetterkriegseinbruch weitergehen? Der Aussichtsturm am Ostpol steht noch mit nassen Füßen im durchgeweichten Sand.

Meist dauert es einige Tage, bis wieder Reste von normalem Wetter einziehen, wie wird es diesmal sein?

Da ist die Sonne, neben ihr sehe ich schon wieder ein Strichlein?

Ich halte weiter Ausschau, denn da sind wirklich Strichreste zu sehen.

Es wird wieder trübe.

Der Rest des Tages wird vom Wischi-Waschi-Wetter beherrscht.

Bald müssen wir die Städte verlassen.

Der Tag endet im Grau.


24. Juni 2017

Grau geht es weiter, ich nehme nur wenige Himmelsproben.

Ein besonders scheußliches Beispiel moderner Architektur ist das Gebäude der chinesischen Botschaft.

Schlimmer geht es immer, im Traumparadies gibt es keine Grenzen. Ihre Angesichter zeugen gegen sie.

Der Abend bringt etwas Farbe mit.

Die Tage sind zu lang und die Zeitverschiebung gibt mir den Rest.


25. Juni 2017

Wieder beginnt der Tag im Grau, das Wetter scheint endgültig kaputt zu sein.

Eine Stunde vor dem wahren Mittag geht für einen Moment das Licht an, dann wird es wieder dunkel, dann wieder hell und so weiter. Die nasse Dachpappe im Abendlicht erinnert an die Straßen aus Gold in der kommenden Welt. Am Horizont sind die Striche dieser Welt zu sehen.

Mein Nachtsichtgerät staubt ein, vielleicht muß ich es mal wieder hervorholen.


26. Juni 2017

Man gewöhnt sich an alles und findet das Grau schon bald normal, nur Elster wundert sich noch.

Aufgelockerte Bewölkung und Strichfrei.

Ändert sich jetzt die Großwetterlage?


27. Juni 2017

Der Morgen überrascht mich mit freiem Himmel, die Schiebeschicht ist dann die zweite Überraschung.

Dann wird die monströse Bestrichung wieder sichtbar, die doch keinen Moment lang aufgehört hatte.

Kann etwas harmlos sein, wenn es giftig aussieht? Wir müssen endlich wieder nach dem äußeren Anschein urteilen, auch beim Personal. Das Gesicht sagt alles über einen Menschen.

Wenn man denkt, es geht nichts mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. Das ist Gottes Hand, die unser Leben lenkt.

Der Himmel sieht schlimm aus, wenn ihn die graue Schicht nicht verdeckt.


28. Juni 2017

Ein traumparadiesischer Sonnenaufgang, ein Willkommenswetter wie es im Buche steht …

Wird das die Schiebeschicht oder nicht?

Nein, es gibt wieder Bestrichung.

Um die widerliche Unnatürlichkeit der Bestrichung hervorzuheben, bringe ich eine falsche Farbe ins Spiel. So sieht man besser die Formen.

Manchmal erinnert der Himmel noch ein klein wenig an sein traditionelles Aussehen.

Dann trägt er wieder seine neuen Kleider, die häßlichen!


Am 29. Juni 2017 begann dann der starke Dauerregen, die ganze Strichgrütze kam auf einmal herunter …

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